Schmerz und Vergebung!

Ich erlebe bei Menschen aktuell viel Schmerz, der sich jedoch nicht zeigen darf, sondern über eine Abwehrhaltung oder einen Gegenangriff auf die «verursachende» Person unterdrückt wird. Es sind Muster, die sich in der Kindheit etabliert und das Überleben im Familiensystem gesichert haben. Anstelle den anderen Menschen die Schuld am eigenen Schmerz zu geben und zu kämpfen, abzulehnen oder auch verletzend zu sein, scheint mir die Zeit angebracht, sich dem in der Kindheit entstandenen Schmerz, vielleicht auch dem Gefühl der Wut, Trauer oder auch Scham zu widmen:

 

-       Ich anerkenne meinen Schmerz des nur geliebt werden, bei entsprechender Leistung oder dem gewünschten Verhalten! 

-       Ich erlaube mir die Trauer, des nicht wirklich gesehen werden und meiner damaligen Bedürfnisse!

-       Ich schenke meiner Wut Raum für all die negativen Bewertungen und des «Nicht genug sein», die ich aushalten musste!

-       Ich umarme meine Scham für all die vielen Momente, in denen ich geschwiegen, mich abgewertet oder mich klein gemacht habe!

 

Es geht darum - vielleicht auch mit Angst - diesen unterdrückten Gefühlen aus der Kindheit Raum zu geben und sich hineinzufühlen. Sie dürfen da sein und ich lasse es liebevoll zu. Was haben die Gefühle für Bedürfnisse, wollen sie einfach gehört werden oder durch Weinen, Schreien, Schlagen (auf ein Kissen!), Bewegung oder Tanz in den Ausdruck kommen. Es ist sehr, sehr wichtig, dass sie sich endlich, endlich zeigen dürfen und du bist heute als Erwachsener für sie da (nicht wie bei deinen Eltern). Erst wenn du durch diesen Prozess gegangen bist, ist eine tiefe, echte Vergebung gegenüber deinen Eltern oder Erziehungspersonen möglich – erst wenn du diese Persönlichkeitsteile liebevoll annehmen kannst, wirst du auch den Menschen im aussen vergeben können. Ich wünsche dir von Herzen viel Mut und Vertrauen auf deinem Friedens-Weg!