19. Juli 2026
Diese Frage höre ich oft beim Einkauf im Laden. Gemeint ist natürlich: Was möchten Sie kaufen? Doch die Formulierung berührt unbewusst eine viel tiefere Ebene. Es geht nicht um das Haben, sondern um das Sein.
Gerade in einer Zeit, in der persönliche Entwicklung und Spiritualität boomen, scheint sich jedoch vieles um das Haben zu drehen. Neue Methoden, Seminare, Coachings, Konzepte und Bücher erscheinen beinahe täglich. Über soziale Medien werden uns unzählige Angebote präsentiert.
27. Juni 2026
Ich spreche dabei nicht von der Liebe zu einer bestimmten Person, sondern von jener tiefen, wahren Liebe, die aus unserem Herzen entsteht. Sie zeigt sich in der Art, wie wir mit uns selbst umgehen, wie wir anderen Menschen begegnen, wie wir Tiere und die Natur behandeln. Sie wächst aus dem Bewusstsein, dass wir alle miteinander verbunden sind.
16. Mai 2026
Vielleicht ist eines der grössten Missverständnisse unserer Zeit, dass Leben vor allem funktionieren bedeutet.
Der Alltag vieler Menschen gleicht einem endlosen Kreislauf aus Pflichten, Erwartungen und Routinen. Alles soll reibungslos laufen: die Arbeit effizient, die Familie organisiert, die Termine eingehalten, die Züge pünktlich. Und wenn am Abend nichts eskaliert ist, empfinden wir bereits Erleichterung — als hätten wir einen weiteren Tag erfolgreich überstanden. Ist das leben?
19. April 2026
In einer Welt voller Lärm, Ablenkung und Dauerbeschallung verlernst du, dich selbst zu hören. Gedanken, Gespräche, Stress und Social Media übertönen das, was in dir längst klar ist. Deine inneren Signale werden leise – oder du überhörst sie bewusst.
Stattdessen verfängst du dich im Kopf. Der Verstand erzählt dir Geschichten, liefert dir scheinbar logische Argumente und hält dich genau dort, wo du bist. Er ist geschickt. Überzeugend.
15. März 2026
Die Welt um uns herum wirkt für viele Menschen immer unruhiger. Nachrichten sind oft geprägt von Krisen, Unsicherheiten und widersprüchlichen Entwicklungen. Manchmal scheint es, als würden gerade jene, die Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen, die wir kaum nachvollziehen können. Systeme geraten ins Wanken, Gewissheiten lösen sich auf – und niemand kann wirklich sagen, wie die Welt morgen aussehen wird.
In solchen Zeiten stellt sich eine wichtige Frage: Wo finde ich meinen Halt?
15. Februar 2026
Vor Kurzem rief mich eine Führungsperson aus meinem beruflichen Umfeld an. Es ging um einen Mitarbeitenden, der eine schlechte Gesundheitsprognose erhalten hatte. Noch bevor wir miteinander sprachen, begann es in mir zu arbeiten.
Mein Kopf war sofort hellwach. Was genau hat wohl diese Person? Wie gehe ich damit um? Was sage ich – oder besser: was sage ich nicht?
Mein Verstand tat, was er oft tut: Er wollte mich schützen.
17. Januar 2026
Der Januar startet für viele mit einer langen Liste guter Vorsätze: abnehmen, weniger Alkohol, gelassener werden, Stress reduzieren, endlich etwas ändern. Doch Hand aufs Herz – wie oft bleiben diese Vorsätze bloße Gedanken? Wünsche des Verstandes, formuliert als «Ich sollte…» oder «Ich müsste…». Und genau hier liegt der Knackpunkt: Bleiben Veränderungen auf dieser Ebene, sind sie zum Scheitern verurteilt.
21. Dezember 2025
In den stillen Nächten der Weihnachtszeit besuchte mich ein Traum – leise, warm und voller Hoffnung. In diesem Traum lebten wir in einer neuen Welt, in einer Gesellschaft, die von weiblichen Kräften getragen wurde. Nicht Frauen allein führten diese Welt, sondern alle Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht – hatten gelernt, ihre weiblichen Kompetenzen zu entfalten.
Diese Welt war geprägt von einem tiefen Wir-Gefühl. Miteinander und Füreinander waren gelebte Wirklichkeit.
15. November 2025
Hast du dir schon einmal bewusst die Frage gestellt, was wirklich hinter deinen täglichen Entscheidungen steht?
Im Kern gibt es nur zwei Kräfte, die all unser Denken und Tun formen: Angst oder Liebe.
Beginne, deine Handlungen wach zu betrachten. Halte inne, bevor du etwas tust oder entscheidest, und spüre nach:
Kommt dieser Impuls aus einer engen, zusammenziehenden Energie – oder aus einer weiten, klaren und offenen?
19. Oktober 2025
Immer mehr entgleitet uns die Sicherheit im Aussen. Was gestern noch verlässlich schien, ist heute schon anders. Der Verstand reagiert darauf, wie er es gelernt hat:
Er versucht zu ordnen, zu bewerten, zu kategorisieren – Menschen, Situationen, das Weltgeschehen – alles soll in Schubladen passen, damit das Leben überschaubar bleibt.
Doch die Welt ist nicht mehr schwarz oder weiss. Sie ist bunt, vielschichtig, widersprüchlich – lebendig. Und in dieser Lebendigkeit liegt auch ihre Wahrheit.